Liturgie

Die Liturgie des Hl. Vaters Johannes Chrysostomus I. Zur Einführung „Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seele, lasset uns den Herrn bitten!“, mit diesen Worten aus der byzantinischen Liturgie möchte ich Sie begrüßen und zugleich einige Erklärungen zur Liturgie geben. Riten der Kirche:

  • Ostriten
  • Alexandrinisch
  • Koptisch
  • Äthiopisch
  • West-Antiohisch
  • Malankarisch
  • Maronitisch
  • Sirisch
  • Konstantinopolische-Byzantinisch
  • Griechisch
  • Melkitisch
  • Slawisch
  • Rumänisch
  • Italo-Griechisch
  • Ungarisch
  • Grusisch
  • Ost-Antiochisch
  • Kaldeisch
  • Malabarisch
  • Armenisch

Westriten

  • Römisch
  • Milanisch
  • Galisch
  • Mozarabisch

Unter den Riten in der Ostkirche hat der byzantinische Ritus die größte Ausbreitung gefunden. Die Slawischen Völker von Nord- und Osteuropa nahmen mit dem christlichen Glauben und der Taufe für ihre gottesdienstlichen Feiern den Ritus der ehemaligen Kaiserstadt Konstantinopel an. Abgesehen von einigen Gebräuchen und Gebeten ist die byzantinisch-slawische Liturgie eigentlich nur die Übersetzung der griechischen Urform, die sich unter der Leitung der großen Kirchenlehrer der Ostkirche des hl. Basilius und des hl. Chrysostomus, zur heutigen Form entwickelte. Der Reichtum der Gebete, der tiefe Symbolismus der Handlungen und die Pracht der äußeren Gestaltung, aber auch die Verehrung der Bilder Christi und der Heiligen, die die Wände des Heiligtums schmücken, sind der sichtbare Ausdruck der tiefen christlichen Frömmigkeit des Ostens. Dies macht auch verständlich, dass die Päpste stets mit Nachdruck und Sorge für die Reinhaltung und Beibehaltung dieser altehrwürdigen Riten der Ostkirche eingetreten sind, weil sie einen wertvollen Teil des gemeinsamen Schatzes der katholischen, der universalen Kirche bilden. Die Liturgie der östlichen Kirchen wird in der Regel immer nur mit Gesang gefeiert. Der äußere Rahmen des Gottesdienstes – Opferung, Wandlung und Kommunion ist im byzantinischen Ritus derselbe wie in der Liturgie nach dem lateinischen Ritus. Nachdem der Priester die Opfergaben vorbereitet hat und (der Diakon) das Altar, die Ikonen und die Gläubigen beräuchert hat, beginnt die „Liturgie unseres Heiligen Vaters Johannes Chrysostomus“ mit der großen Friedenslitanei oder Fürbittenlitanei. Der Chor antwortet auf jede Fürbitte mit dem „Hospode pomiluy“: Herr, erbarme Dich. Danach folgen Antiphonen oder Psalmen. Sie bilden den Einleitungsritus. Der kleine Einzug Während der dritten Antiphon findet der kleine Einzug statt: Der Priester nimmt das Evangelienbuch vom Altar (und überreicht es dem Diakon). Dann schreitet er (sie) den Altar um und zieht zur Mitte. Jetzt wird das Evangelienbuch, sichtbares Zeichen für Christus, hochgehalten. Wir stehen in Ehrfurcht auf und beten ihn an. Das ist eigentlich der Beginn des WORTGOTTESDIENSTES. Es folgen die Tagesgesänge, oder Troparien, auf die der Chor mit Trishagion: Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser, antwortet. Dann folgen die Lesungen der Epistel und des Evangeliums. Dazwischen singt der Chor ein dreimaliges Alleluja.

Der große Einzug

Mit dem großen Einzug beginnt die Opferliturgie oder „Liturgie der Gläubigen“. Der Chor singt den sog. Cherubim-hymnus:

„Wir stellen auf mystische Weise die Cherubim dar und singen der lebendig machenden Dreieinigkeit den dreimal heiligen Hymnus: Alle weltliche Sorge legen wir ab, um zu empfangen den König des Alls, der unsichtbar umgeben ist von speertragenden Engelscharen. Alleluja.“

Inzwischen begibt sich der Priester (mit dem Diakon) an den Rüsttisch. Von hier werden die zubereiteten Opfergaben in einer feierlichen Prozession zum Altar getragen. Diese Prozession nennt man den „Großen Einzug“. Es folgen die Opferung und Opferungslitanei.

Das Glaubensbekenntnis

Der Friedenskuss wurde eingeleitet mit den Worten: „Lasset uns einander lieben, damit wir einmütig bekennen: den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, die wesensgleiche und unteilbare Dreieinigkeit.“

Während nun das Glaubensbekenntnis gesungen wird, hebt der Priester das Velum von den Opfergaben ab und bewegt es über Kelch und Patene, um das Wehen des Heiligen Geistes und dessen Wirkkraft an den Opfergaben zu versinnbildlichen.

Anaphora

Danach folgt die Präfation oder die „ANAPHORA“. Sie ist das eucharistisch Hochgebet und hat denselben Aufbau wie der römische Kanon:

der dreimalige Heiliggesang, die Wandlung, das Gedächtnis der Heilstaten des Herrn, seines Leidens, Sterbens, seiner Auferstehung und Himmelfahrt, die Anrufung des Heiligen Geistes, auf die Opfergaben herabzukommen und uns vorzubereiten für den Empfang der Kommunion. Und schließlich das Gedächtnis der Gottesmutter, der Heiligen, der Verstorbenen und die Fürbitte für die ganze Kirche.

Bittgebete

Es folgen nun Bittgebete, das „Vater unser“, Segen der Gläubigen und Emporheben und Brechen des Heiligen Brotes.

Der Priester (Diakon) singt nun im Wechsel mit dem Chor die Litanei zur Kommunionsvorbereitung, auf dass der ganze Tag vollkommen, heilig, friedlich und ohne Sünde sei.

Kommunion

Die heilige Kommunion wird stehend empfangen. Damit der Priester beide Heiligen Gestalten leichter und ohne den Mund zu berühren spenden kann, legt man den Kopf ganz nach hinten und öffnet den Mund weit. Die Zunge bleibt im Mund zurückgezogen.

 

Den Text der Liturgie übersetzt in die Deutsche Sprache können Sie hier herunterladen: